Stolpersteine auf dem Weg zur Maklerprovision

Vor zwei Wochen haben wir euch die wichtigsten Änderungen des neuen Maklergesetzes vorgestellt. Dort wird auch die Maklerprovision neu geregelt. Diskussionen um die Maklerprovision sind nicht neues. Der Immobilienmakler ist sein Geld wert – daher ist es wichtig, grundlegende Dinge einzuhalten. Welche Stolpersteine es gibt und wir ihr sie umgehen könnt, erfahrt ihr hier.

Der unvollständige Nachweis

Nach § 652 BGB erhält der Makler seine vereinbarte Provision, wenn es aufgrund seiner Maklertätigkeit zu einem Abschluss eines Kaufvertrages kommt. Sie ist also im Gesetz als Nachweis- bzw. Vermittlertätigkeit ausgewiesen. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, erhält der Makler im Erfolgsfall die vereinbarte Provision. Die rechtliche Definition lautet wie folgt:

„Die dem Nachweismakler obliegende Maklerleistung besteht in dem Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages. Damit ist die Mitteilung des Maklers an seinen Kunden gemeint, durch die dieser in die Lage versetzt wird, in konkrete Verhandlungen über den von ihm angestrebten Hauptvertrag einzutreten.“

Es ist selbsterklärend, dass Ihr Kunde die Verhandlungen nur dann eröffnen kann, wenn er weiß, an wen er sich wenden muss. Sie müssen Ihrem Kunden also den vollständigen Namen und die Anschrift der Person nennen, die als Vertragspartner in Frage kommt. Das Ermitteln eines Vertragspartners stellt keinen Nachweis zur Gelegenheit eines Vertragsabschlusses dar. Besichtigungstermine und die Beschaffung von Unterlagen alleine reichen nicht aus. Sobald Sie Ihren Provisionsanspruch durch Abschluss eines Maklervertrages abgesichert haben, sollten Sie Ihrem Kunden also umgehend die genannten Daten übergeben.

Das Expose´

Das Exposé ist die Grundlage für einen Interessenten, aufgrund dessen er sich eine Vorstellung von dem Objekt machen kann. Es sollte also nicht nur Interesse wecken, sondern auch die Eckdaten des Objektes beinhalten. Als Makler sind Sie nicht verpflichtet, diese Informationen zu überprüfen. Sie dürfen allerdings keine Angaben in Ihr Exposé übernehmen, die „nachdem in Ihrem Berufsstand vorauszusetzenden Kenntnissen ersichtlich unrichtig, nicht plausibel oder bedenklich sind.“ Legen Sie dem Verkäufer daher das von Ihnen angefertigte Exposé zur Überprüfung vor. So kann die Richtigkeit der Angaben sichergestellt werden. Diese lassen Sie sich am besten schriftlich durch den Verkäufer bestätigen. Das schützt Sie auch davor, dass der Käufer den Kaufvertrag anfechten kann.

Fehlende Widerrufsbelehrung

Eine fehlende Widerrufsbelehrung kann die Provision kosten. Bei Wohnmietobjekten ist es seit der Einführung des Bestellerprinzips zwar nicht mehr notwendig, einen Mieter über sein Widerrufsrecht zu informieren. Ist allerdings der Vermieter Auftraggeber, und diesem wird der Maklervertrag zum Beispiel via E-Mail oder Fax zugesandt, gilt das Fernabsatzgesetz: Der Vermieter muss über sein 14-tägiges Widerrufsrecht informiert werden.

Bei Kaufimmobilien gibt es bis zum 23. Dezember 2020 kein Bestellerprinzip. Noch gilt die Übergangsfrist, was bedeutet: Wird der Maklervertrag zum Beispiel in den Geschäftsräumen des Maklers geschlossen, ist keine Widerrufsbelehrung nötig. Sobald aber zumindest Teile des Vertrags über elektronische Medien geschlossen werden – also Telefon, E-Mail, Fax oder Online-Anfrage – greift das Fernabsatzgesetz, was eine Widerrufserklärung zwingend vorsieht, um den Provisionsanspruch zu sichern. Nach Inkrafttreten der geteilten Maklerprovision ab 23. Dezember ist die Widerrufsbelehrung immer Pflicht.

Haben Sie noch Fragen? Oder haben Sie Interesse an einer Aus- oder Weiterbildung zum bzw. als Immobilienmakler? Dann sprechen Sie uns gerne an!

 

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