Sondervergütung für Immobilienverwalter

Der Verwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) hat laut Gesetz verschiedene Funktionen. Er ist dafür zuständig, die Hausgelder einzunehmen und die Beschlüsse der Eigentümer umzusetzen. Darüber hinaus ist er ermächtigt, Zahlungen für die WEG zu tätigen und in der Jahresabrechnung darüber zu berichten. Dafür erhält er sein Verwalterhonorar, also eine Art „pauschale Grundvergütung“. Wenn der Verwalter für die Gemeinschaft weitere Aufgaben durchführt, wie z. B. die Teilnahme an Abnahmeterminen nach Bauarbeiten am Gemeinschaftseigentum oder an Gerichtsterminen, so kann er dafür eine Sondervergütung beanspruchen.

Was ist durch die pauschale Grundvergütung abgedeckt?

In der pauschalen Grundvergütung für den Verwalter sind die Leistungen abgedeckt, die zu seinen üblichen Aufgaben gehören, also insbesondere die in §§ 27, 28 WEG genannten Pflichten und Aufgaben. Im Wesentlichen sind das:

– Aufstellung des Wirtschaftsplans
– Erledigung der Buchführung
– Einhaltung von Angeboten
– Vergabe von Aufträgen
– Durchsetzung der Hausordnung
– Führung der Beschlusssammlung
– Erstellung der Jahresabrechnung und von Einzelabrechnungen

Konkret bedeutet das: Der Verwalter hat keinen Anspruch auf eine Sondervergütung für die Leistungen, zu denen er gesetzlich verpflichtet ist.

Voraussetzungen für eine Sondervergütung

Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Sondervergütung durch den WEG-Verwalter ist eine entsprechende Regelung im Verwaltervertrag. Ist diese dort nicht enthalten, ist ein Beschluss der Wohnungseigentümer erforderlich. Werden Sondervergütungen vereinbart, müssen diese der Höhe nach in einem angemessenen Rahmen sein, sowie den voraussichtlichen zusätzlichen besonderen Zeit- und Arbeitsaufwand im Einzelfall berücksichtigen (BGH, Beschluss vom 06.05.1993, Az.: V ZB 9/92). Sie müssen klar formuliert sein und einer Inhaltskontrolle standhalten können.

Inanspruchnahme von Sondervergütungen

Für folgende Leistungen kann der Verwalter u.a. eine Sondervergütung vereinbaren:

– Amtsübernahme
– Außerordentliche Eigentümerversammlungen
– Sanierungsmaßnahmen
– Bescheinigung über haushaltsnahe Dienstleistungen
– Teilnahme an Gerichtsverhandlungen
– Kopier- und Portokosten
– Lastschriftverweigerung
– Mehraufwand für vermietete Wohnungen
– Veräußerungszustimmung
– Legionellenprüfung ab 3 WE, alle 3 Jahre, > 400l-Tank
– Auskunft Kreditreform
– etc.

Bei der Amtsübernahme ist die Sondervergütung darin begründet, dass der neue Verwalter nach einem Verwalterwechsel eine gewisse Zeit benötigt, um sich einzuarbeiten und zur eigenen Sicherheit die Buchungen des ehemaligen Verwalters noch einmal tätigt, um keine Fehler zu übernehmen.

Der Verwalter kann für jede einzuberufende, zu leitende und protokollierende außerordentliche Eigentümerversammlung, die nicht durch von ihm verschuldete Gründe anzuberaumen ist, ein Sondervergütung vereinbaren (LG Itzehoe, Beschluss vom 06.03.2001, Az.: 1 T 110/00). Als angemessen gilt hier ein Honorar zwischen 150 und 500 Euro.

Für die Übernahme der Organisation größerer, technisch schwieriger und aufwendiger Sanierungsmaßnahmen an Gemeinschaftseigentum kann ebenfalls eine Sondervergütung vereinbart werden. Hierzu zählen insbesondere Ausschreibungen, Bauleitung, Bauüberwachung sowie die Abnahme dieser Arbeiten.

Noch Fragen?

Ein genereller Ein- und Überblick über die bestehenden Regelungen zur Vergütung eines Verwalters ist wichtig. Für den Verwalter, damit er seine Arbeit korrekt abrechnen kann. Und für die Eigentümer, damit Transparenz über die Kostenverteilung herrscht. Wenn Sie darüber hinaus noch Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an. In unseren Seminaren für Immobilienverwalter vermitteln wir Ihnen weitere Kenntnisse und Detailwissen. Wir freuen uns auf Sie!

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