Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau

Wer privat neue Mietwohnungen baut, kann die Kosten dafür steuerlich absetzen. Um diese Sonderabschreibung nutzen zu können, müssen Vermieter wichtige Fristen beachten. Dabei ist der Zeitpunkt der Anschaffung maßgeblich. Wir geben nochmal einen Überblick zu die wichtigsten Fakten.

Sinn und Zweck der Förderung

Gerade in Gegenden, in denen der Wohnraum knapp ist, braucht es Investitionsanreize für zukünftige Vermieter. Wer neuen, bezahlbaren Wohnraum schafft, kann das steuerlich absetzen. Die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau ist seit August 2018 Gesetz. Für neu gebaute Wohnungen können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den drei Jahren danach Sonderabschreibungen von jährlich bis zu 5 % der Anschaffung- oder Herstellungskosten der Wohnung in Anspruch genommen werden.

Zusätzlich wird in diesen Jahren die normale lineare Abschreibung mit 2 % gewährt. Dadurch kann jährlich eine Abschreibung von bis zu 7 % (bis zu 5 % Sonderabschreibung und 2 % lineare Abschreibung) geltend gemacht werden. Maximal können also in den ersten 4 Jahren 28 % der förderfähigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten des begünstigten Gebäudes steuermindernd geltend gemacht werden. Die neu gebauten Wohnungen müssen eine Mindestwohnfläche von 23 m²  haben.

Definition der Begriffe „Neu“ und „Anschaffung“

„Neu“ bedeutet für den Gesetzgeber, dass eine Mietwohnung auch im Jahr der Fertigstellung angeschafft sein muss. Wenn also eine Wohnung im Dezember 2020 fertiggestellt ist und im Januar 2021 gekauft wird, ist sie nicht neu. Wird die Wohnung im Februar 2021 fertiggestellt und im November 2021 angeschafft, gilt sie als neu.

Angeschafft ist eine Immobilie dann, wenn Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten übergehen. Dieser Übergangszeitpunkt wird notariell vereinbart und muss im Jahr der Fertigstellung liegen, wenn die Sonderabschreibung in Anspruch genommen werden soll. Der Übergang erfolgt in der Regel durch Zahlung des Kaufpreises.

Bedingungen für die Beantragung der Sonderabschreibung

Wer die Sonder-AfA beantragen will, muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die Wohnungen oder Gebäude müssen für zehn Jahre dauerhaft zu Wohnzwecken vermietet werden (= im Jahr der Anschaffung / Herstellung und in den neun Folgejahren). Eine Eigennutzung ist damit also ebenso ausgeschlossen wie die Nutzung als Ferienwohnung.
  • Bauantrag oder Bauanzeige müssen nach dem 31.8.2018 und vor dem 1.1.2022 gestellt werden.
  • Die Anschaffungs- und Herstellkosten der neuen Wohnungen oder Gebäude liegen unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (ohne Grund und Boden).
  • Die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ist auf 2.000 Euro gedeckelt.
  • Die Wohnungen beziehungsweise Gebäude müssen innerhalb der Grenzen der Europäischen Union liegen.
  • Die EU-rechtlichen Voraussetzungen über De-minimis-Beihilfen müssen eingehalten werden. Das bedeutet unter anderem, dass der Gesamtbetrag der Beihilfen, die einem Unternehmen gewährt werden, innerhalb von drei Veranlagungszeiträumen 200.000 Euro nicht übersteigen darf.
  • Aufwendungen für Grundstück und Außenanlagen sind nicht begünstigt.

Du hast weitere Fragen zur Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau? Dich interessieren andere Themen? Dann sprich uns gerne an! Aus- und Weiterbildung ist unser Auftrag.

 

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