Sollte ein Immobilienmakler als Angestellter, Franchise-Partner oder eigenständig selbständig starten?

Profertis
Sollte ein Immobilienmakler als Angestellter, Franchise-Partner oder eigenständig selbständig starten?

Wer sich als Immobilienmakler selbständig machen will, steht unmittelbar vor der Frage, ob er ein eigenes Maklerbüro eröffnet, als Kooperationspartner bei einem Franchise-Unternehmen startet oder erstmal als Angestellter mit seiner Tätigkeit beginnen sollte.

In Deutschland wechseln jährlich Immobilien im Milliardenwert ihre Eigentümer. Sowohl im wirtschaftlichen Aufschwung als auch in Krisenzeiten werden immer wieder Immobilien verkauft oder vererbt. Wenige Verkäufer haben jedoch die Möglichkeit, die Zeit oder auch das Fachwissen, um dieses Vorhaben privat umzusetzen. Hier sind professionelle Immobilienmakler gefragt.

Alleine in Deutschland gibt es bereits etwa 1000 verschiedene Franchise-Systeme, Tendenz steigend.

Ein Franchising-Konzept sieht vor, dass ein Franchisegeber einem -nehmer die Verwendung eines Geschäftskonzepts, die Nutzung des Vertriebssystems und des Firmenlogos gegen Entgelt zur Verfügung stellt.

Üblicherweise erhält man ein regionales Gebiet. Die Geschäftsabläufe, wie Berichtswesen, Buchführung, Wettbewerbsverbot, Marketingkonzepte sind bereits komplett geregelt und man verpflichtet sich vertraglich danach zu handeln.

Wenn Sie mir nun die Frage stellen, ob das Franchisekonzept die beste Lösung für einen Einstieg als Immobilienmakler ist, so sage ich ganz klar JEIN.

Zunächst einmal, ist zu bedenken, dass der Makler als Franchisenehmer so gut wie keinen Einfluss auf die Prozesse des Franchisegebers hat. Er ist selbstständig, hat jedoch wenig unternehmerische Freiheit. Außerdem reduzieren die Lizenzgebühren das eigene Einkommen.

Andererseits werden einem viele administrative Tätigkeiten abgenommen oder vorgegeben. Das wiederum ist eine enorme Entlastung, gerade am Anfang.

Häufig werde ich gefragt, ob man als Franchise-Nehmer nicht auch schnell in die Gefahr der Scheinselbständigkeit kommt. Um das zu beurteilen, muss man sich den Einzelfall ansehen. Indikatoren für eine Scheinselbständigkeit wären z.B. folgende:

  • Wenn Sie nur für einen Auftraggeber arbeiten oder 5/6-tel des Umsatzes mit diesem erwirtschaften;
  • Wenn Sie weisungsgebunden sind, feste Arbeitszeiten oder der Ort vom Auftraggeber vorgegeben werden und Sie selbst kein unternehmerisches Risiko tragen. Es gibt noch eine Reihe weitere Indizien. Diese müssten im Einzelfall beleuchtet werden.
  • Haben Sie selbst bereits Erfahrungen mit Franchisesystemen sammeln können? Wenn ja, welche

Eine weitere Möglichkeit als Immobilienmakler zu starten ist die eigenständige Selbständigkeit.

Hierzu erstellen Sie einen Businessplan, sichern die Finanzierung und schließen die notwendigen Versicherungen ab, melden ein Gewerbe an und beantragen die Maklererlaubnis nach §34c. Nachdem Sie nur den optimalen Außenauftritt erstellt haben, kann es auch schon los gehen. Sämtliche Pflichten und Aufgaben, wie z.B. eine ordnungsgemäße Buchführung oder das Marketing werden von Ihnen eigenständig gesteuert.

Zu guter Letzt können Sie natürlich, wie in jedem anderen Beruf auch, zunächst einmal Erfahrungen als Angestellte oder Angestellter sammeln.

Dies ist zu empfehlen, wenn man noch gar keine Erfahrungen mit einer Selbständigkeit oder dem Maklerbusiness hat.

Im Endeffekt bedeutet der Job des Immobilienmaklers viel Arbeit, auch wenn der Ruf etwas anders spiegelt. Ob als Franchisenehmer, Angestellter oder in Eigenregie – der wichtigste Teil zum Erfolg stellt die Auftragsakquise selbst dar. Der Makler muss seine Kunden überzeugen.

Wer sich erfolgreich im Markt behaupten möchte, sollte Wissen – rechtlich, steuerlich, kaufmännisch – und Durchsetzungsvermögen mitbringen oder erwerben.

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