5-stellige Provision – verdient ein Immobilienmakler kinderleicht? Irrtum!

Immobilienmaklerin

Weit verbreitet ist das Märchen, dass ein Immobilienmakler eine 5-stellige Provision fast im Schlaf verdient.

„Weit verbreitet ist der Irrtum, dass ein Makler mit einem Mal Türaufschließen eine 5-stellige Provision kassiert. Gerne wird hier von Abzocke gesprochen. Doch ist das wirklich so?

Heute gehen wir der Sache auf den Grund und klären auf. Ein seriöser und vertrauenswürdiger Makler macht mehr, als mit einem Käufer einmal in das Objekt zu gehen und dafür bereits diese hohe Provision zu erzielen.

Wichtig ist für Sie: machen Sie vor, während und nach der Vermittlung einer Immobilie transparent, was genau Sie alles für die Vermarktung tun. Ein regelmäßiger Tätigkeitsnachweis Ihren Kunden gegenüber schafft diese Transparenz. Diesen können Sie z.B. wöchentlich an Ihre Kunden versenden. Das erhöht die Kundenbindung und gibt dem Kunden ein gutes Gefühl.

Kommunizieren Sie auch schon im Vorfeld, was Sie alles für Ihre Kunden tun. So können Sie zum Beispiel darstellen, dass Sie Ihre Kunden individuell hinsichtlich der optimalsten Möglichkeit, die Immobilie zu vermarkten beraten. Schildern Sie den weiteren Ablauf so detailliert, dass der Umfang Ihrer Arbeit gesehen werden kann. Zum Beispiel könnte das so aussehen:

  1. Gefolgt von dem gegenseitigen Kennenlernen und klären der offenen Fragen
  2. findet ein ausführlicher Ortstermin statt. Dieser dient dazu, auch die Immobilie kennenzulernen. Bei einem ausführlichen Ortstermin nehmen Sie die Immobilie detailliert in Augenschein, damit Sie neben dem persönlichen Eindruck, den Sie erwerben, alle Details bei der Marktwertermittlung berücksichtigen können. Denn nur durch diesen persönlichen Termin können Sie auch alle Vorzüge, die sich Ihnen als Fachmann auftun, darstellen. Allerdings stellen Sie auch die Nachteile oder Mängel des Objektes fest und beraten sich hierzu mit dem Eigentümer.
  3. Sie machen in dem Termin professionelle Aufnahmen und einen Kurzfilm der Immobilie, welche die Immobilie von Ihrer besten Seite zeigt. Dabei wissen Sie, worauf es im Detail ankommt.
  4. Daneben beschaffen Sie alle notwendigen Unterlagen, auch für die entsprechende Angebotsaufbereitung. Wenn Dokumente nicht oder nicht mehr vorliegen, z.B. der aktuelle Grundbuchauszug, helfen Sie sicher gerne bei der Beschaffung dieser, z.B.:
  5. Eine Immobilie lässt ich besser verkaufen, wenn übersichtliche und grafisch ansprechende Grundrisspläne mit aufbereiteten Grundrissen vorliegen. Vor allem bei etwas älteren Immobilien, sind diese meist nicht vorhanden und müssen erstellt werden. Hier arbeiten Sie möglicherweise mit Experten zusammen und haben Rahmenverträge, dessen günstige Preise Sie gerne an den Kunden weiter geben.
  6. Ohne Energieausweis darf eine Immobilie heute nicht mehr angeboten werden. Falls kein Energieausweis verfügbar ist, helfen Sie gerne bei der Beschaffung dieses gesetzlich vorgeschriebenen Dokuments.
  7. Sie prüfen alle zur Verfügung gestellten oder zusätzlich besorgten Unterlagen eingehend, um wirklich alle Details bei der Marktwertermittlung berücksichtigen zu können.
  8. Auch führen Sie eine professionelle Marktwertermittlung durch, entweder können Sie das als Sachverständiger für Immobilienbewertung selbst oder haben einen Kooperationspartner, der das für Sie übernimmt.
  9. Gemeinsam mit dem Kunden stimmen Sie nun den Angebotspreis ab und entscheiden über die passende Vermarktungsstrategie. Das ist die Basis für die Aufbereitung des Angebotes und das hochwertige Exposé, welches “Lust auf mehr” weckt.

Das waren jetzt schon bis zu 9 Tätigkeiten – ja, Sie haben richtig gehört: 9! Tätigkeiten, die Sie durchgeführt haben, bevor der erste Termin mit einem Interessenten stattfinden konnte. Und jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.

  1. Sie sorgen für eine ansprechende Darstellung der Immobilie und bewerben diese in den passenden Medien. Und das bedeutet nicht nur online in den führenden Portalen.
  2. Sie nutzen mit Ihrer Erfahrung alle möglichen Wege, auch offline, aus. Kurzum: Sie machen gutes und professionelles Marketing für das Objekt. Dabei sind die Besichtigung der umliegenden Nachbarschaft oder die Vorankündigung nur der Anfang.
  3. Mit Ihrem Dienstleister fertigen Sie, wenn gewünscht, ein Hinweisschild, das an der Immobilie angebracht wird
  4. Aus vergangenen Objekten, verfügen Sie über eine Datenbank an Interessenten, die ein offeriertes Angebot nicht erworben haben. Dementsprechend senden Sie das Angebot an diese vorgemerkten Interessenten, zu deren Anforderungsprofil die Immobilie passt.
  5. Sie führen nun unzählige Telefonate, schreiben E-Mails, beantworten Fragen, senden detaillierte Exposés zu und nehmen möglicherweise eine Vorselektion der Kunden vor. Sie setzten auf Qualität statt Quantität, um den geeigneten Käufer für die Immobilie zu finden und nicht nur möglichst viele Besichtigungstermine zu erzielen.
  6. Mit den vorinformierten und ausgewählten Interessenten stimmen Sie für alle Seiten geeignete Besichtigungstermine ab und führen diese dann auch durch.
  7. Da Vertrauen wichtig ist und Transparenz das Vertrauen erhöht, informieren Sie den Eigentümer wöchentlich über den aktuellen Stand bei der Vermarktung.
  8. Da Sie 50% der Provision auch von den Kaufinteressenten erhalten, sind Sie natürlich auch für diese ein sehr unterstützender Dienstleister. Sie weisen den Interessenten auf Schwachpunkte der Immobilie hin. Das nicht nur, um von diesem auch künftig weiter empfohlen zu werden, sondern auch, weil Sie im Interesse beider Parteien arbeiten.
  9. Möglicherweise benötigt ein Kaufinteressent eine Finanzierung. Auch hier können Sie helfen. Sie stellen alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung, Die er für das Bankgespräch benötigt und beantworten alle offenen Fragen. Bei Bedarf fragen Sie die Finanzierung bei einer Bank ihres Vertrauens an, damit eine schnelle Finanzierungszusage erfolgt.
  10. Sie führen die Kaufpreisverhandlung für Ihre Verkäufer durch, denn das ist Ihr Fachgebiet. Nicht jedem liegt es eine solche Verhandlung führen zu müssen. Und Sie sorgen für eine bestmögliche Lösung für alle Seiten.
  11. Sie führen die Bonitätsprüfung der Kaufinteressenten durch, um am Ende keine Überraschungen zu erleben.

Na, hätten Sie gedacht, dass so viel zusammen kommt? Und das ist noch nicht das Ende!

  1. Sobald sich alle Seiten einig sind und die Finanzierung geklärt ist, sorgen Sie dafür, dass der Notartermin terminiert und vorbereitet wird und die Beurkundung stattfinden kann.
  2. Sie beauftragen den Kaufvertragsentwurf im Notariat, veranlassen die rechtzeitige Zusendung, so dass jeder in Ruhe Zeit hat diesen zu lesen. Denn ein Haus kaufen muss reiflich überlegt sein.
  3. Auch Sie prüfen den Kaufvertragsentwurf eingehend dahingehend, ob alles, was vereinbart wurde, auch im Vertrag enthalten ist. Sie nehmen nochmals Kontakt mit den beiden Parteien auf, um offene Fragen zu beantworten. Ihnen ist wichtig, dass beide mit einem guten Bauchgefühl zum Notar gehen.
  4. Sie begleiten die Kunden zum Notartermin, damit unvorhergesehene Fragen ohne Verzögerung geklärt werden können. Sie verstehen sich als allumfassenden Begleiter.
  5. Am Ende steht die Übergabe des Eigentums. Auch hier unterstützen Sie gerne und überreichen dem neuen Eigentümer vielleicht eine Flasche Sekt.

Auch, wenn hier schon viel steht, viele Kleinigkeiten, die Sie noch tun, haben wir gar nicht aufgezählt. Wenn Sie Ergänzungen haben, freuen wir uns über einen Kommentar.

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5 Replies to “5-stellige Provision – verdient ein Immobilienmakler kinderleicht? Irrtum!”

  1. Ich finde gut, dass Sie einmal aufzählen, welche Leistungen Kunden (Käufer wie Verkäufer) für die zu zahlende Provision erwarten dürfen. Die Frage ist, wie viele Makler im Augenblick Ihrer Liste gerecht werden.
    Aufgrund meiner Profession habe ich einen guten Einblick in die Erstellung „professionelle(r) Aufnahmen und einen Kurzfilm der Immobilie“. Wenn Sie sich aktuelle Internet-Exposés anschauen, werden Sie sehen, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Makler auf dieses Feature verzichten. Hier sind viel zu dunkle Bilder die Regel, auf denen die Wände kurz vor dem Einsturz zu sein scheinen und der Boden über ein gewisses Gefälle verfügt, um nur ein paar der üblichen Mängel anzusprechen.
    Darüber hinaus darf ich Ihnen versichern, das kaum ein Makler in der Lage ist „professionelle Aufnahmen und einen Kurzfilm der Immobilie“ zu erstellen. Grundsätzlich lassen sich solche Aufnahmen in den seltensten Fällen beim ersten Ortstermin erstellen. Hierzu muss die Immobilie erst einmal vorbereitet zumindest aber aufgeräumt werden. Außerdem lassen sich solche Aufnahmen nicht mal eben in 5 Minuten machen.

    1. ja, genau, Herr Slaghuis – darum gibt es auch Profis, die sich mit diesen Aufgaben beschäftigen. Jemanden, der den Blick dafür hat 🙂
      In der Tat gibt es ab und zu Objekte, deren Fotos noch optimierungsfährig sind 🙂

  2. Genauso ist es!!!! Diesen Kommentar kann ich 1:1 übernehmen. Es ist ganz unterschiedlich wie lange der Verkauf dauert. In der Regel geht es schnell. Aber manchmal läuft es auch etwas zäh an. Es gilt: Für jede Immobilie gibt es einen Käufer.
    Ganz egal, wie‘s läuft, der Beruf macht riesigen Spaß. Fast täglich lernt man nette, einzigartige Menschen kennen…..
    Man müsste mal ein Buch über die Erlebnisse eines Immobilienmaklers schreiben.

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