Die neue ImmoWertV

Die neue ImmoWertV soll im 1. Halbjahr 2021 in Kraft treten.  Konkret werden die bisherige ImmoWertV 2010 sowie die bestehenden Richtlinien

  • Bodenrichtwertrichtlinie (BRW-RL)
  • Sachwertrichtlinie (SW-LR)
  • Vergleichswertrichtlinie (VW-RL)
  • Ertragswertrichtlinie (EW-RL) und die
  • Wertermittlungsrichtlinien 2006 (WertR 2006)
  • Immobilienwertwermittlungsverordnung

durch eine vollständig überarbeitete ImmoWertV 2021 mit ergänzenden Anwendungshinweisen (ImmoWertA) abgelöst.

Warum eine neue ImmoWertV?

Hierdurch wird dem Wunsch nach bundesweit einheitlichen Grundsätzen für die Ableitung der für die Wertermittlung relevanten Daten Rechnung getragen. So soll eine bundesweite Grundstücksmarkttransparenz und eine einheitliche, steuerliche Bewertung erreicht werden. Die wesentlichen Grundsätze und Modelldaten aus den bisherigen Richtlinien werden dabei in die neue ImmoWertV übernommen.

Welche Änderungen bringt die neue ImmoWertV mit sich?

Folgende Ergänzungen bzw. Änderungen ergeben sich zur bisherigen ImmoWertV aus dem Jahr 2010:

  • Für die Gesamtnutzungsdauer baulicher Anlagen gelten zukünftig vorgegebene Grundwerte.
  • Anstelle von „wirtschaftlicher Restnutzungsdauer“ wird zukünftig der Begriff „Restnutzungsdauer“ verwendet. Die Schärfung des Begriffes erfolgt zur Klarstellung, dass keine Notwendigkeit besteht, neben der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer eine weitere Restnutzungsdauer zu ermitteln.
  • Anders als bisher soll dem Modernisierungsgrad zur Berechnung der Restnutzungsdauer zukünftig eine größere Bedeutung zukommen. Für diese Zwecke wird die bisherige Tabelle zum Modernisierungsgrad umgedreht: Durch sachverständige Einschätzung kann nunmehr eine grobe Zuordnung zu einem Modernisierungsgrad erfolgen, aus dem sich dann die Gesamtpunktzahl ableiten lässt.
  • Für die einzelnen Wertermittlungsverfahren werden wesentliche Verfahrensschritte vorgegeben.
  • Der „Grundsatz der Modellkonformität“ wird eingeführt. Konkret bedeutet das: Wenn man Daten im Rahmen einer Wertermittlung verwendet, sollte man wissen woher sie stammen und auf welcher Datengrundlage sie ermittelt wurden. Nur so ist eine sachgerechte Verwendung sichergestellt.
  • Bei den Bewirtschaftungskosten handelt es sich bisher um die auf dem jeweiligen Grundstücksmarkt üblichen Kosten zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung. Zukünftig sollen ggf. auch besondere Einbauten zusätzlich berücksichtigt werden.
  • Wertbeeinflussende Rechte und Belastungen müssen vollumfänglich gewürdigt werden.
  • Besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale (z. B. Überalterung oder außergewöhnlich guter Zustand) werden durch marktübliche Zu- oder Abschläge berücksichtigt.

Die ImmoWertA

Die neue ImmoWertA dient als Orientierung zur ImmoWertV und enthält erläuternde Hinweise zu den Vorschriften der ImmoWertV und deren Anlagen. Es handelt sich also um Anwendungshinweise auf Empfehlung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Noch Fragen?

Wenn ja: Wir geben Seminare zur neuen ImmoWertV. Sprechen Sie uns bei Bedarf gerne an – Aus- und Weiterbildung ist unser Auftrag.

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