Die Grundsteuerreform wird kommen. Bis 2025 muss die Grundsteuer neu berechnet werden. Die Bundesländer haben dabei die Wahl zwischen dem Bundesmodell oder einem eigenen Landesgesetz.

Das Wichtigste zur Grundsteuerreform in Kürze

  • Wie viel Grundsteuer gezahlt werden muss, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Hebesätze der Kommunen schwanken zwischen 340 und 900 %. Außerdem basiert die bisherige Berechnung auf alten Grundstückswerten. Das verstößt gegen das Gleichheitsprinzip,
  • Bis zum 31.12.2019 musste die Berechnungsgrundlage der Grundsteuer neu geregelt werden.
  • Die Gesetzesänderung sieht vor, dass sich die Grundsteuer auch künftig in drei Schritten berechnet. Damit bleibt die Grundsteuer wertabhängig.
  • Es gibt eine Öffnungsklausel, nach der die Bundesländer eigene Regeln zur Grundsteuerberechnung aufstellen dürfen. Dafür ist eine Änderung des Grundgesetz erforderlich.
  • Für Städte und Kommunen ist die Grundsteuer eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen. Insgesamt soll die Grundsteuerreform kostenneutral ausfallen. Damit Grundbesitzer in Zukunft nicht höher besteuert werden, müssen die Kommunen ihre Hebesätze anpassen.

Die Berechnungsformel zur Grundsteuer

Die Bundesregierung hat beschlossen, die Grundsteuer auch künftig werteorientiert zu erheben. Wer im Zentrum einer Metropole wohnt, soll mehr zahlen als jemand für eine vergleichbare Immobilie, die in einer strukturschwachen Stadt steht. Die Berechnungsformel ab 01.01.2025 lautet: Wert der Immobilie x Steuermesszahl x Hebesatz.

Der Wert der Immobilie bestimmt sich durch mehrere Faktoren

Als wesentliche Faktoren zur Bestimmung des Grundbesitzwertes gelten der Bodenrichtwert und die Höhe der statistisch ermittelten Nettokaltmiete. Dafür wird das Bundesfinanzministerium die einzelnen Gemeinden auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes in Mietniveaustufen einteilen. Weitere Faktoren sind die Größe des Grundstücks, die Art der Immobilie und das Alter des Gebäudes.

Die Steuermesszahl wird stark gesenkt

Die fiktive Steuermesszahl hat künftig mit 0,034 % statt 0,35 % nur noch etwa ein Zehntel ihres bisherigen Wertes. Um den sozialen Wohnungsbau und genossenschaftliches Wohnen zu fördern, ist in diesem Bereich ein zusätzlicher Abschlag von 25 % vorgesehen.

Die Kommunen müssen ihre Hebesätze anpassen

Grundbesitzer sollen zusammengenommen nicht mehr zahlen müssen und die Kommunen weiterhin mit einem ähnlichen Betrag rechnen können. Weil die Grundsteuer aber werteabhängig bestimmt werden soll und Immobilien in ihrem Wert kräftig gestiegen sind, müssen die Kommunen dafür ihre individuellen Hebesätze anpassen. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu besteht allerdings nicht.

Der aktuelle Stand in den Bundesländern

Den aktuellen Stand in den Bundesländern könnt ihr hier einsehen:

Update Grundsteuer