Maklerprovision 2020

Das ändert sich bei der Maklerprovision 2020/21

 

Maklerprovision 2020
Maklerprovision 2020

In diesem Artikel gehen wir auf die Maklerprovision und die damit verbundenen Änderungen am 23. Dezember 2020 ein.

Hier erfahren Sie,

– wann ein Immobilienmakler eine Provision verlangen kann.

– wer diese bezahlt.

– wie hoch sie ist.

– ob man die Provision mit dem Makler verhandeln.

– oder ob man diese als Käufer bzw. Mieter sogar umgehen kann.

– wann die Provision fällig ist.

– wann das Provisionsverlangen eines Maklers unwirksam ist.

– und natürlich die einzelnen Aspekte zu den Neuerungen der Maklerprovision.

Wann ein Makler eine Provision verlangen kann,

hängt von folgenden Gegebenheiten ab:

  1. Ein wirksamer Maklervertrag wurde abgeschlossen.
  2. Der Makler hat Maklertätigkeiten erbracht.
  3. Es wurde ein Kauf- oder Mietvertrag abgeschlossen.
  4. Die Tätigkeiten des Maklers waren die Ursache für den Vertragsabschluss.
  5. Der Vertrag war im Nachhinein, aufgrund eines Mangels, nicht unwirksam.

Mehr über die einzelnen Maklertätigkeiten und ob eine 5-stellige Maklerprovision gerechtfertigt ist, finden Sie unter https://profertis.com/maklerprovision-im-schlaf.

Wer die Maklerprovision bezahlt,

wurde bis Juni 2015 nicht vom Gesetzgeber vorgegeben. Bei der Vermietung war es, solange die Immobilie nicht schwer zu vermieten war, so ziemlich immer der Mieter, der zahlen musste. Beim Immobilienverkauf zahlt aktuell, in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen, nur der Käufer eine Provision an den Makler. In den anderen Bundesländern teilen sich Verkäufer und Käufer meist die Provision zu 50%.

Ab Dezember 2020 ist es Bestandteil der Neuregelung der Maklerprovision, sodass die Teilung von 50% bundesweit ausweitet wird und nicht mehr nur der Käufer alleine die Provision zahlen muss.

Allerdings ist es, falls der Verkäufer den Makler beauftragt, auch die Auslegungssache des Verkäufers, ob er die Provision alleine bezahlt, oder ob der Käufer 50% der Maklerprovision übernehmen muss, wenn dieser die Immobilie kaufen möchte. Der Verkäufer muss dabei mindestens den gleichen Anteil an Gebühren zahlen, wie der Käufer.

Falls nun der Käufer den Makler mit einem Suchauftrag beauftragt, gilt auch das Bestellerprinzip und der Käufer trägt somit alleine die Provision, solange der Makler zu diesem Zeitpunkt das spätere Kaufobjekt nicht schon im Bestand hat. Hier vertritt der Makler nur den Käufer.

Grundsätzlich sieht das neue Gesetz also vor, dass der Makler einen Vertrag mit Verkäufer und Käufer abschließt, indem von vornherein eine Doppelprovision vereinbart worden ist. Hier ist der Makler dann für beide Parteien zuständig.

Zusätzlich gilt: Vereinbart der Makler mit einer Partei, z.B. dem Verkäufer, eine unentgeltliche Tätigkeit, kann er sich auch von der Gegenseite keine Maklergebühren versprechen lassen.

Beim Immobilienverkauf ist die Provisionshöhe frei vereinbar, das heißt, dass es hier noch keine gesetzlichen Vorgaben gibt.

Im Moment gilt noch diese Tabelle von: „immoverkauf24“ (inkl. 19% Mwst), wobei sich Eigentümer und Makler an die marktüblichen Regelungen im jeweiligen Bundesland hält:

Bundesland Maklerprovision gesamt Anteil Verkäufer Anteil Käufer
Baden-Württemberg 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Bayern 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Berlin 7,14 % 0 % 7,14 %
Brandenburg 7,14 % 0 % 7,14 %
Bremen 5,95 % 0 % 5,95 %
Hamburg 6,25 % 0 % 6,25 %
Hessen 5,95 % 0 % 5,95 %
Mecklenburg-Vorpommern 5,95 % 2,38 % 3,57 %
Niedersachsen¹ 7,14 % oder 4,76-5,95 % 3,57 % oder 0 % 3,57 % oder 4,76-5,95 %
Nordrhein-Westfalen² 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Rheinland-Pfalz³ 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Saarland 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Sachsen 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Sachsen-Anhalt 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Schleswig-Holstein¹ 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Thüringen ⁴ 7,14 % 3,57 % 3,57 %

Die Höhe der Provision

darf, bei Vermietung, maximal 2 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer betragen, welche vom Auftraggeber des Maklers zu zahlen ist.

Bei der Vermietung ist die Provision so gut wie nicht verhandelbar, da sie meistens gerade so die Kosten des Maklers deckt.

Dass ein Käufer die Maklerprovision komplett umgehen kann, funktioniert in der Regel nicht. Solange der Makler nachweisen kann, dass er den Interessenten rechtswirksam vermittelt und somit auch zu der Vermietung oder dem Verkauf beigetragen hat, hat der Makler einen Anspruch auf seine Provision.

Die Zahlung der Provision

ist meistens mit Abschluss eines Miet- bzw. notariellen Kaufvertrags fällig. Dafür hat man in der Regel 7 – 14 Tage, nach Unterschrift des Vertrages, Zeit. Momentan wird mit Verkäufern oftmals die Sonderregelung getroffen, dass ihr Anteil erst nachdem sie ihren Anteil des Kaufpreises, für die Immobilie vom Käufer, bekommen haben, zu zahlen ist.

In Zukunft muss der Verkäufer, solange nur er einen Maklervertrag abgeschlossen hat, zuerst zahlen. Erst, wenn der Verkäufer seine Zahlung an den Makler nachgewiesen hat, muss der Käufer seinen Anteil an den Makler zahlen.

Wenn der Makler, die oben genannten Bedingungen, unter „Wann ein Immobilienmakler eine Provision verlangen kann“, nicht erfüllt, ist das Provisionsverlangen des Maklers unwirksam.

Kurzgefasst! Somit gelten für die Neuregelungen am 23. Dezember 2020 folgende Aspekte:

Mögliche Varianten zur Provisionszahlung: 
  1. Der Makler schließt einen Vertrag mit Verkäufer und Käufer ab und vereinbart eine Doppelprovision.
  2. Der Verkäufer schließt mit dem Makler einen Vertrag und verpflichtet sich zur vollen Provisionsübernahme. Diese teilen sich der Verkäufer und der Käufer, wenn der Käufer sich später im Kaufvertrag verpflichtet einen Teil zu übernehmen.
  3. Nur der Verkäufer zahlt die vollständige Maklerprovision.
  4. Nur der Käufer zahlt die vollständige Provision.

Verträge:

Die neuen Regelungen gelten nur für Verträge, die den Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäuser betreffen, bzw. immer dann, wenn der Käufer auch selber Verbraucher ist. Somit sind unbebaute Grundstücke und Mehrfamilienhäuser, sowie Immobilienkäufe von Unternehmern ausgenommen. Die Verbraucher, welche die Immobilie für die Selbstnutzung oder für den Vermögensaufbau erwerben, werden damit entlastet. Allerdings wurden Verbraucher, die ein Grundstück für den Eigenbau ihrer Wohnimmobilie erwerben, nicht berücksichtigt.

Maklerverträge:

Ein Maklervertrag bedarf künftig der Textform. Möglich ist somit eine Vereinbarung per Mail, Fax, SMS oder WhatsApp. Allein mündlich darf ein solcher Maklervertrag nicht mehr geschlossen werden.

Maklerprovision:

Vereinbaren Makler und Verkäufer eine provisionsfreie Tätigkeit, so darf der Makler sich seine Provision nicht vom Käufer holen.

Wer zuerst zahlen muss:

Allein wenn der Verkäufer einen Teil der Provision auf den Käufer abwälzt, muss der Verkäufer zuerst seinen Anteil zahlen und dies auch nachweisen. In allen anderen Fällen gilt keine Reihenfolge.

Höhe der Maklerprovision:

Eine Grenze der Maklerprovision beim Verkauf gibt es nicht, sie beruht auf der Verhandlungsbasis.

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