Bebauungsplan und Flächennutzungsplan

Gibt es Unterschiede zwischen Bebauungsplan und Flächennutzungsplan? Aber ja doch! Stellen Ziehen wir mal einen Vergleich zum kochen: Der Flächennutzungsplan wäre hier das Rezept. Der Bebauungsplan ist die Umsetzung des Rezeptes – also das kochen. Alles klar? Na gut. Ich erkläre Ihnen nachfolgend alles, was Sie zu diesem Thema wissen sollten.

Der Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan gilt für das komplette Gemeindegebiet und enthält keine verbindlichen Festlegungen zu einzelnen Grundstücken. Er stellt die Art der Bodennutzung in ihren Grundzügen dar. Das Konzept ergibt sich aus der beabsichtigten, städtebaulichen Entwicklung in der Gemeinde. Aus dem Flächennutzungsplan ist ersichtlich, welche Flächen

  • für die Wohnbebauung
  • als Grünflächen
  • zur landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Nutzung
  • für Verkehrsanlagen vorgesehen sind.

Im Flächennutzungsplan sind außerdem alle bereits vorhandenen Bauplanungen dargestellt.

WICHTIG: Aus dem Flächennutzungsplan leitet sich kein Baurecht ab. Er zeigt aber die vorgesehene Art der baulichen Nutzung auf.

Der Bebauungsplan

Im Allgemeinen wird zwischen dem qualifizierten und dem einfachen Bebauungsplan unterschieden. Die bei Aufstellung und Beschluss einzuhaltenden Verfahrensschritte sind dabei identisch. Der einfache Bebauungsplan enthält weniger Vorgaben. Während sich aus dem qualifizierten Bebauungsplan direkt die Zulässigkeit eines Bauvorhabens herleiten lässt, werden beim einfachen Bebauungsplan die Regelungen des Baugesetzbuches (§§ 34, 35) herangezogen. Dabei wird die Bebauung in der näheren Umgebung betrachtet, um zu entscheiden, ob ein Bauvorhaben in dem betreffenden Gebiet in der geplanten Weise zulässig ist.

Der Bebauungsplan leitet sich aus dem Flächennutzungsplan ab und enthält Vorschriften über die Art und das Maß der baulichen Nutzung im konkreten Plangebiet. Der Bebauungsplan sieht für einzelne Teilgebiete bestimmte Nutzungsarten vor. So gibt es zum Beispiel Festlegungen für allgemeine Wohngebiete, für reine Wohngebiete, für Gewerbegebiete oder für Mischgebiete. Je nach Art des festgelegten Gebiets sind bestimmte Nutzungen oder Bauweisen zulässig oder eben nicht.

So ist zum Beispiel im reinen Wohngebiet Gewerbe nicht erlaubt, während im allgemeinen Wohngebiet „nicht störendes Gewerbe“ zulässig ist. Darüber hinaus enthält der Bebauungsplan konkrete Vorschriften für einzelne Grundstücke. So werden zum Beispiel Grundflächenzahlen, Geschossflächenzahlen, Bauhöhe und Anzahl der Vollgeschosse für ein Baugebiet vorgegeben. Auch die Dachform oder die Art der Anpflanzungen kann im Bebauungsplan festgelegt werden. Der Bebauungsplan beschreibt außerdem öffentliche und private Grünflächen, Verkehrsflächen oder Flächen für Sportanlagen.

Unterschiede zwischen Bebauungsplan und Flächennutzungsplan

Im Gegensatz zum Flächennutzungsplan lässt sich aus dem  Bebauungsplan unmittelbares Baurecht ableiten. Der Flächennutzungsplan enthält weniger konkrete Angaben, während im Bebauungsplan verbindliche Regelungen für die Bebauung eines bestimmten Areals getroffen werden.

Haben Sie noch Fragen? Dann sprechen Sie mich gerne an. Als Immobilienbesserwisser kann ich Ihnen bestimmt helfen – und das mache ich auch gerne!

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